Die Wirkprinzipien für Schulstress und Prüfungsangst sind altersunabhängig.

Die Wirkprinzipien für Schulstress und Prüfungsangst sind altersunabhängig.

Wenn Stress entsteht, entsteht er auf die gleiche Art und Weise, egal ob wir 7 oder 70 Jahre jung sind. Das Pensum spielt dabei keine wesentliche Rolle. Unsere Erwartungen und der Erfolgsdruck bauen ein Stresslevel auf, das unabhängig von Vokabeln oder Mathegleichungen entsteht.

Es gibt altersbedingt allerdings einen Unterschied: Mit zunehmenden Alter lernen wir unterschiedlich schnell. Gerade in der Erwachsenenqualifizierung ist zu

beobachten, dass die jüngeren Teilnehmer schneller den Stoff verarbeiten können als die älteren Kommilitonen. Das verstärkt den Leistungsdruck bei den älteren Teilnehmern ungemein. Der daraus entstehende Stress, verknüft mit meist vielfältigen täglichen Verpflichtungen wie Kindererziehung und beruflichen Alltag, schafft eine zusätzliche Hürde. Diese Hürde scheint insofern unüberwindbar, als dass sich die täglichen Verpflichtungen als nicht aufschiebbar oder unvermeidlich darstellen.

Mit einer genauen Stressanalyse ist es möglich,  Zeitfresser, überflüssige Routinen und vertagbare Aktivitäten aufzuspüren. Gerade in Familien gibt es feste Gewohnheiten, die aus individueller Sicht unauflösbar scheinen, die aber mit kleinen Änderungen genügend Freiraum zum lernen schaffen können.

Nicht alle Schulprobleme und Prüfungsängste sind ein Grund für eine medizinische oder psychothera-peutische Behandlung. Prüfungsangst ist Versagensangst, die überwindbar ist, wenn man sich mit den Gründen für die Angst beschäftigt. Meistens findet man diese Gründe in mangeldem Selbstvertrauen und in ungenügender Selbsteinschätzung. Diese Defizite benötigen, bis auf wenige Ausnahmen aber keine ärztliche oder therapeutische Behandlung.

Negative Lernerfahrungen im Kindesalter prägen zudem unser Lernverhalten und damit die Erfolgs-quote beim Lernen. Heutige Schulsysteme schieben große Mengen Wissen in Richtung Schüler, aber selten wird auch vermittelt WIE man gut lernen kann.  Gerade im Kindesalter, wenn die Lernerfahrungen erstmals nicht mehr spielerisch, sondern nach einem festen Lehrplan gemacht werden (müssen), heißt das für viele Kinder Schluss mit Spaß und Freude am Lernen. Diese Erfahrungen prägen künftige Lernprozesse und man hört dann solche Kommentare:

“Ich konnte mir noch nie so gut den Stoff merken”

“Ich hatte noch nie einen Draht zu diesen Themen.”

“Ich habe immer sehr viel Zeit gebraucht, bis ich etwas Neues verstanden habe. ”

“Ich habe viel auswendig gelernt, um meine Zensuren zu halten.”

Ich kenne Menschen, die frühzeitig aufgehört haben zu lernen und Menschen, die noch immer hungrig sind nach neuem Wissen.

Unsere heutige Zeit ist geprägt von enormem Wissenszuwachs. Wenn wir unseren Kindern nicht frühzeitig genug beibringen, WIE man lernt, wird das erheblichen Einfluss auf die künftige Gesellschaft und ihre Lebensqualität haben.

Den Stress beim Lernen zu reduzieren und den sinnvollen Umgang mit dem Lernstoff  und sich selbst zu erlernen, wird in der Zukunft immer größere Bedeutung gewinnen: Denn wer nicht gut Lernen kann, wird auf der Strecke bleiben.

Zukunft wird heute gestaltet. Verschieben, was heute getan werden kann, ist nicht sinnvoll.

Unterstützung für Eltern und Hilfe für Kinder zu den Themen Schulstress und Prüfungsangst finden Sie bei Frau Heike Noack, Mentaltrainerin und systemischer Coach.

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