Ein Vorbild?

Ein leitender Angestellter beschließt aufzuhören. Nicht einfach so, sondern weil er für sich selbst festgestellt hat, dass er den Anforderungens seines Jobs nicht mehr gewachsen ist.

Er will sich selbst nicht mehr belasten. Er sucht die Ruhe für Körper und Geist.

Solch eine Selbsterkenntnis wäre bei Fritzchen Müller nichts Besonderes. Beim Pabst ist das etwas Außergewöhnliches, ja geradezu Unerhörtes. Oder etwa nicht?

Diese Entscheidung kann einen viel weitreichenderen Einfluß auf die Gesellschaft haben, als wir heute absehen können: Wenn selbst der Pabst aus gesundheitlichen Gründen sein Amt niederlegt, was soll dann Fritzchen Müller für ein Argument haben, es nicht zu tun?

Jetzt kann man diskutieren, ob der Pabst mit 85 Jahren nicht sowieso im Pensionalter ist und seinen Ruhestand verdient hat. Aber hier geht es um mehr: Hier geht es darum, das ein Mensch die Grenzen für sich selbst gesetzt hat:

Öffentlich. Unbesehen von seiner Position und Machtfülle. Im Sinne seiner Gesundheit und Würde. Das ist die wichtigste Erkenntnis, der viele überforderte und erschöpfte Menschen folgen mögen. Ist er ein Vorbild?

Ja.