Lernen lernen“Wie kann ich mein Kind zum Lernen motivieren?” ist meist die ersten Frage von Eltern, wenn ein Kind schlechte Schulleistungen zeigt. Das ist Erwachsenendenken.
Kinder interessieren sich nicht für Motivation. Sie interessieren sich für alles, was in diesen Moment Spaß macht. Demnach müsste die erste Frage lauten: “Wie kann ich meinem Kind den Spaß am Lernen vermitteln?”.
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Damit stoßen wir auf das erste wirkliche Problem: Hatten und haben die Eltern selbst Spaß beim Lernen? Wie sehen die eigenen Erfahrungen der Eltern in Sachen Lernen aus? Mit welchen selbsterprobten Mitteln wollen Sie ihr Kind motivieren? Haben diese Mittel bei Ihnen gewirkt? Wie sehen die Erinnerungen daran aus? Waren es eher Qualen oder war es ein Vergnügen?
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Schauen wir uns das mit etwas Abstand an: Im Laufe unseres Lebens haben wir es wiederholt mit der Motivationsfrage zu tun. Wir erleben immer wieder, dass die Motivation als leistungsentscheidend an die erste Stelle gesetzt wird. Wenn das stimmt, dann würde es bedeuten, dass wir nur eine richtig gute Motivation brauchen und alles andere ergibt sich wie von selbst. Sicherlich ist ein gutes und vor allem das richtige Motiv sehr hilfreich, um das Ziel zu erreichen. Im Umkehrschluss bedeutet es aber auch, das ein “falsches” Motiv das Gegenteil bewirkt oder zumindest nachteilig wirkt. So betrachtet ist der Spaß an einer Sache ein viel verlässlicher Helfer.
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Wenn ich mit Schülern spreche, die Leistungsprobleme in der Schule haben, gibt es immer mindestens eine Sache für die sie sich begeistern können. Zum Leidwesen der Eltern liegt dieses Interesse zu 99,9% außerhalb der Schule. Die Schüler sind zufrieden mit ihren Fähigkeiten und Ergebnissen, die sie erreicht haben. Warum sind sie in diesem Bereich so gut und beim Lernen für die Schule geht gar nichts vorwärts? Die Antwort ist immer gleich: Es macht Spaß. Der Erfolg hängt also vom Spaßfaktor ab. Das ist nicht nur bei Schülern so.
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Während bei ungeliebter Anstrengung ungesunder Stress entsteht und Adrenalin ausgeschüttet wird (was für die Mobilisation/Flucht benötigt wird) , sieht die Belohnung bei Erfolg ganz anders aus. Die Glückhormone, die uns dann überfluten, gefallen ausnahmslos jedem besser. Der entstehende Schulstress breitet sich dann auf die ganze Familie aus und lässt die entsprechenden Stresshormone bei allen regelmäßig hochkommen. Vor allem Mütter sind frustriert, weil sie das auf einer täglichen Basis miterleben und Selbstzweifel entwickeln. Zusätzlich lassen die Sorgen über die Zukunft des Kindes bei ihnen Ängste und Zweifel entstehen.
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Letze Frage für heute: Wie erzeugt man Spaß an einer Sache? Indem man sie erlebbar und begreifbar im wahrsten Sinn des Wortes macht. Etlichen Schülern fällt das schwer. Nicht das sie dumm wären, sondern weil sie eine andere “Übersetzung” brauchen, um zu verstehen. Erst wenn sie es verstanden haben und das Wissen auch anwenden können, entsteht Erfolg. Dann macht das Lernen auch Spaß.
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Spaß als Motivation ist ein Erfolgsgarant.