Was kümmert mich die Welt?

Andreas Kümmert Egoist oder Held?
Andreas Kümmert Egoist oder Held?

Ein Mann steht auf einer Bühne und singt ein Lied. Er kann das so gut, dass ihm viele Menschen ihre Stimme geben und er einen Wettbewerb gewinnt.

Als Gewinner lehnt er den Preis ab und enttäuscht so viele Menschen, die ihn als Gewinner gekürt haben. Im Nachhinein kommt die Frage auf, warum er überhaupt zum Wettbewerb gekommen ist. Ist es eine Schande die Gunst vieler abzuweisen? Die Masse hat ihn zum Sieger gekürt. Der Künstler hat das angenommen, aber nicht den Preis dafür.

Kann man ein Gewinner sein, ohne das Preisgeld anzunehmen? Kann ein Mensch auf die Gunst der Masse in diesem Moment verzichten? Vielleicht ist der Preis ja ein Trojanisches Pferd? Schön anzusehen, aber es ist etwas verborgen, was Unheil bringt. Die meisten Menschen haben die Absage an der Teilnahme (an einem weiteren Wettbewerb) als Liebesentzug gewertet und deshalb den Künstler geschmäht.

Warum ist es so wichtig die Erwartungen der anderen zu erfüllen? Der Künstler hat sich entschieden. Er will singen, wo er das für sich selbst als angenehm empfindet. Ein Talent zur Schau zu stellen, wo es die meiste Resonanz für den Künstler gibt ist ehrenwert.  Alle großen Künstler haben das getan, wenn sie die Wahl hatten. Dieser Sänger hatte die Wahl an jenem Abend und Millionen Menschen haben das zur Kenntnis nehmen müssen. Auch wenn das Liebesentzug bedeutet.

Am Ende hat ein Mann auf der Bühne gestanden und ein Lied gesungen. Er tat das so außerordentlich gut, das es sehr vielen Menschen sehr gut gefallen hat. Dann tat der Mann etwas, was ihm gefallen hat. Sind jetzt nicht beide Parteien “quitt”?

PS: Hier noch ein Artikel über Andres Kümmert aus der Süddeutschen Zeitung

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